„Quo vadis werteorientierte Führung?“ - von und mit Leadership, Management, Frauen und mehr...

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Es wird überall von den großen Veränderungen in globalen Märkten, dem Wandel der Gesellschaft, innovativen Technologien und vor allem der Digitalen Transformation gesprochen. Doch was bedeutet das für die Führung in Unternehmen/Behörden? Was sind die Herausforderungen, um turbulente Entwicklungen und disruptive Veränderungen zu meistern? Wachsen deshalb die Anforderungen an Führungspersönlichkeiten? Brauchen wir Manager oder Leader und welche Rolle spielen die Frauen? Fragen über Fragen und hier einige Antworten:

 

Was eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit auszeichnet und was sie fördern muss:

Eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit sollte vor allem eines: als Persönlichkeit Vorbild sein und über Visionen verfügen, dabei langfristige Ziele erkennen, Veränderungsbereitschaft und Umsetzungskraft zeigen sowie Maßnahmen ergreifen, um Veränderungsinitiativen aufzusetzen, effektiv zu unterstützen und nachhaltig einzuführen.

Neben Planungs- und Organisationsfähigkeit ist Entscheidungsstärke, bei der souverän gehandelt und konsequent die Umsetzung gesteuert und verfolgt wird von elementarer Bedeutung. Management also!

Doch ebenso oder insbesondere ist Leadership gefragt mit Überzeugungs- und Motivationskraft, mit Freude am Tun, Entdecken von Neuem und Kommunizieren. Ergebnisorientiertes Handeln und Beziehungsmanagement mit Fördern von gegenseitiger Unterstützung, Respekt und Zusammenarbeit sowie Mitarbeiterentwicklung sind elementar wichtig. Wow!

Ist das alles neu oder waren das nicht schon immer die Anforderungen an Führung?

Früher (eigentlich aber auch noch heute in Konzernen und vor allem Behörden) war Führung geprägt durch Vorgaben, Anweisungen, Kontrollen, befördert wurde aufgrund fachlichen Könnens oder nach dem Senioritätsprinzip. Dann kam die Globalisierung und verstärkt IT-Unterstützung mit zunehmender Komplexität bei gleichzeitiger Dezentralisierung und Outsourcung. Man versuchte nun, Mitarbeiter bei Entscheidungen mit einzubeziehen, "Betroffene zu Beteiligten" zu machen. Doch das ist leider nicht überall zufriedenstellend gelungen, manchmal durch mangelnde soziale Kompetenz oder es fehlte schlicht der Wille. Die sogenannte "Generation Y" beginnt den Begriff „Work Life Balance“ salonfähig zu machen, achtet verstärkt auf Lebensqualität statt nur Karriere. Führungspersönlichkeiten sollten nun visionäre Gestalter, sozialkompetent und entscheidungsstark sein. Aber auch das sind alte Tugenden und schon immer gewünscht. Und dann kommt die Digitalisierung und wieder sollen andere Führungspersönlichkeiten gefragt sein. Doch welche?

Der neue Führungstyp muss ein Möglichmacher, ein Entscheidungs-Vorbereiter und Unterstützer sein und kein Befehlsgeber alter Prägung. Besser sein und nicht besser wissen ist das Motto.

Doch welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Führungspersönlichkeiten und wo bleibt die fachliche Kompetenz?

Fachkompetenz schafft die Voraussetzungen, überhaupt erst einmal als Führungspersönlichkeit anerkannt und akzeptiert zu werden. So fängt das Berufsleben doch meist an. Danach kommt meist die Geschäfts-, Markt- und Branchenkompetenz. Doch was ist mit der Führungskompetenz? Naturtalente in der Führungsrolle sind höchst selten und souveränes Führungsverhalten will gelernt sein.

 

Veränderungen im Führungsverhalten und digitale Kompetenzen stehen an erster Stelle

Visionen und Ziele werden - wenn überhaupt vorhanden - zu wenig vereinbart, vorgelebt, kommuniziert und konsequent verfolgt. Die einfachsten Elemente der Führung wie Kultur, Werte, Vertrauen, Loyalität und Respekt werden zu wenig bis gar nicht vorgelebt. Es wird immer seltener, dass ein Mitarbeiter sein Berufsleben nur in einem Unternehmen verbringt; dennoch sollten Loyalität, Pflichtbewusstsein, Fleiß und Disziplin eine wichtige Rolle im Arbeitsleben des Mitarbeiters einnehmen.

Das war schon immer so und wird/kann/darf sich durch die Digitalisierung nicht ändern, wird allerdings durch die schneller und umfassender werdenden Veränderungen immer stärker wichtig werden.

Wir brauchen mehr denn je das Vorleben von engagierter, innovativer, loyaler und vorausschauender, werteorientierter Führung, ob in Unternehmen, in Behörden, im Mittelstand oder bei Start-up’s. Werte wie Menschlichkeit, ausgeprägtes Sozialverhalten, Kümmern um berufliche Weiterentwicklung ebenso wie um persönliche Probleme und Fördern des Miteinanders finden sich leider nur allzu oft nicht in ausreichendem Maße. Allerdings sollte man nicht den Fehler begehen, System und Menschen gleichzusetzen. Einige Unternehmen - jeder Größenklasse - haben in den letzten Jahren viel dafür getan, ihre Führungsprinzipien auszubauen, Leitbilder zu schaffen und diese verständlicher zu kommunizieren. Doch das alles hilft nichts, wenn die Menschen es nicht umsetzen und das - so meine Erfahrung - geschieht leider viel zu selten und wird nicht mit den dringend erforderlichen Konsequenzen geahndet. So verderben einige unfähige Führungskräfte (hier ist das Wort bewusst gewählt!) das Image vom guten Manager und/oder zukunftsorientierten Leader.

 

Im digitalen Zeitalter ist der Mensch als Mittelpunkt wichtiger denn je für den Unternehmenserfolg und damit kommt auch den Auswirkungen des Führungsstils auf die Mitarbeiter eine hohe Bedeutung zu. Der Mensch entwickelt sich aber nicht so schnell weiter wie die digitale Technologie. Deshalb wird Führung ein wichtiges Element bleiben!

Führungspersönlichkeiten mit digitaler Führungskompetenz verfolgen eine Vision für den Wandel und passen ihre digitalen Geschäftsmodelle daran an. Sie leben die digitale neue Welt vor, sind Vorreiter in der Nutzung digitaler Medien, koordinieren ihre Mitarbeiter an ihrem meist virtuellen globalen Arbeitsplatz, sind offen für neue Meinungen und Vorschläge und fördern partizipative Entscheidungsfindung. Die Nutzung der digitalen Medien darf aber nie dazu führen, dass sie den Mitarbeiter nicht persönlich kennen, fördern und mit ihm kommunizieren.

 

Frauen in Führungspositionen

Die Diskussion um Frauen in Führungspositionen ist ja nun keineswegs neu: Bereits in der Antike waren Frauen hauptsächlich in den Bereichen Medizin und Chemie bzw. Alchemie tätig; im antiken Griechenland hatten einige mathematisch-philosophische Schulen viele aktive weibliche Mitglieder und das ist sicher nicht der Grund für die heutige schlechte wirtschaftliche Lage im Lande.

 

Es ist auch nicht darüber zu diskutieren, wie wichtig es war, die Gleichberechtigung der Frauen in den letzten Jahrhunderten/Jahren zu sichern und Frauen die gleichen Chancen im privaten und beruflichen Bereich zu geben. Doch die wesentlichen Unterscheide zwischen Mann und Frau werden bleiben: im Biologischen, im Denken, Fühlen und Handeln, beim Sex, beim Kinderkriegen,...und das ist gut so.

Diversität: Verschiedenheit und Vielfältigkeit... das zeichnet unsere Welt und das Zusammenleben heute aus: ethische und kulturelle Herkunft, sexuelle Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Alter,... das alles sollte doch in unserem modernen, aufgeklärten Zeitalter keine Rolle mehr spielen und uns bereichern statt zu behindern und wir sollten nicht - wie so oft - jammern, wie schwer uns die Veränderung zur gegenseitigen Anerkennung und Akzeptanz immer noch fällt.

Und da überrollt uns nun (schon wieder oder immer noch?) die Diskussion um Frauenquoten und baut damit alte/neue Vorurteile über die Rolle der Frauen auf.

Haben wir das nötig? Wollen wir das? Wollen wir Frauen keine Frauen mehr sein? Genießen wir es nicht mehr, als Frau geliebt zu werden? Macht uns Sex keinen Spaß mehr?

Die verschiedenen mehr oder minder erfolgreichen Initiativen werden sich daran messen lassen müssen, wie viel Veränderung (nicht nur „Reden“) tatsächlich bewirkt werden kann. Diese muss aber konkret bei Männern UND Frauen in den Unternehmen und vor allem Behörden beginnen und Diskussionen um die Quote sind da zum Teil kontraproduktiv. Die Quotendiskussion nutzt uns Frauen nichts, solange es Frauen gibt, die sich durch spezielles „typisches“ Verhalten selbst disqualifizieren. Zeigen wir Frauen doch unsere Kompetenz, unsere Teamfähigkeit, unser Gespür für menschliche Belange und sind wir selbstbewusst(er). Haben wir den Mut und die Überzeugungskraft, unsere Meinung ebenso durchzusetzen wie Männer: nur kompetent, fachlich fundiert und sozial angemessen sollte das erfolgen. Doch das erwarten wir ja bei den Männern ebenfalls!

 


„Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten,

und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können."


Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

 

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