Ein digitaler Arbeitstag... auch das noch!

©alexmillos www.fotosearch.de
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„Es bleibt einem jeden immer noch so viel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Was habe ich nicht alles in den letzten Monaten gelesen und auch selbst geschrieben zu den so wichtigen Themen der Digitalisierung und insbesondere ihren Auswirkungen auf den Menschen im Mittelpunkt der Veränderung. Beim Lesen in den Studien, Reports, Blogs ... habe ich mal wieder erkennen müssen, dass sich die Feststellungen zur Wertschätzung von Personalarbeit und insbesondere der Rolle von Personalern seit Jahren ähneln. Fortschritte zeigen sich marginal in anderen, meist englischen Begriffen für jahrelang bekannte Erscheinungen. Es wird verstanden, dass Administration zwar wichtig, aber nicht allein wettbewerbsfähig macht; es wird beklagt, dass Personaler nicht strategisch akzeptiert werden und ihnen wichtige, vor allem digitale Kompetenzen fehlen und es wird darüber gejammert, dass Führungspersönlichkeiten sich zu wenig flexibel und kommunikativ um die Mitarbeiter kümmern. Ich könnte die Probleme weiter ausführen, bekannt sind sie alle und wie gesagt, bekannt seit Jahren. Doch warum ändert sich nichts?

Hatten wir gehofft, die Prozessoptimierung würde die Personalthemen transparenter machen, so müssen wir heute feststellen, dass es hier immer noch Nachholbedarf gibt. Setzten wir auf neue Technologien in und aus der Cloud, so beobachten wir, dass Bedenken über Datensicherheit, Kosten, Akzeptanz deren Einführung behindern...“was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ sagt schon ein altes grobes Sprichwort.

Und nun auch noch Digitalisierung in der Personalarbeit?

Der Mitarbeiter wird immer mehr zum „Digitalen Nomaden“; selbsterklärend, flexibel, personalisierbar, mit wenigen Klicks zum Ziel und um Überflüssiges reduziert - das wird sein neuer Arbeitsplatz in der globalen Welt sein. Doch das alles erfolgreich endlich in die Tat umzusetzen und sich damit der Digitalisierung zu stellen, das bedarf einer zielgerichteten und nachhaltigen Kommunikation und gemeinsamen Umsetzung. Das soziale Miteinander mit Fördern von gegenseitiger Unterstützung, Respekt und Zusammenarbeit sowie Mitarbeiterentwicklung sind zu berücksichtigen und wenn das alles nicht zerredet, sondern beredet wird, dann ist ein Anfang gemacht.

Jedes Management muss wissen und kommunizieren, was Digitale Transformation bedeutet, sich diesem Veränderungsprozess bewusst stellen und klar positionieren. Sie muss wissen, was die Veränderungen für das People Management bedeuten und berücksichtigen, dass die relevanten Themen im Personalbereich und bei der Personalarbeit, die Wirkungen der Personalarbeit auf Unternehmensprozesse und alle mitarbeiterrelevanten Themen nicht mehr nur die Personalorganisation betreffen, sondern alle an den Veränderungen Beteiligte. Management und Führung müssen miteinander und mit den Personalern reden und alle sind gefordert, das Geschäft, den Auftrag zu kennen und vertriebliche Kompetenzen ebenso aufzuweisen wie betriebswirtschaftliche, analytische, soziale und digitale.

Wichtiger denn je ist ein lebendiges Netzwerken statt nur Kontakte zu sammeln und zu verwalten sowie Verschiedenheit bei geistiger Haltung und Werten statt nur bei Alter, Frauen und Herkunft. Leistungsoptimierung statt Druck, Kommunikation, Feedbackkultur und mein Rat: einfach mal Machen! Mut zum Prototyping statt starrer Planung.

Wir benötigen immer stärker erlebnisorientiertes Lernen statt reine Wissensvermittlung und Erfahrungen aus der Anwendung moderner Medien und Technologien sowie im gezielten Umgang mit der zunehmenden Informationsflut. Insbesondere beim Thema Big Data muss das Analysieren von internen (Weiterbildung, Arbeitsplatz) und externen Daten (Arbeitsmarkt, soziale Netzwerke) und ausgewogenes Umsetzen der Erkenntnisse höchste Priorität haben.

Eigentlich sollten diese Kompetenzen schon immer eine Rolle gespielt haben, doch nun werden sie immer dringender und multipler, globaler und agiler...

Die Digitalisierung fordert den Menschen heraus – sowohl beruflich als auch privat. Wir sollten eines immer beachten: Mensch zu bleiben und zwar mit allen Sinnen. Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen! Wir dürfen nicht nur auf die Generation schauen, die statt mit dem Schnuller (leider) fast nur noch mit dem Smartphone aufwächst, sondern auch und vielleicht vor allen auf die jetzt im Berufsleben stehende Generation, die einem ständigen Wandel ausgeliefert ist und alte, teils „liebgewordene“ Gewohnheiten anpassen muss.

 

„Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang.“
Albert Camus

 

 

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