#Start up: Wenn aus einer Idee (sehr) viel mehr werden soll!

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„Wer etwas Großes will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts“
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

 

Start up’s sind in aller Munde und gerade in Zeiten der Digitalisierung gefragt wie nie, zeichnen sie sich doch meist durch innovative Ideen, teils unkonventionelle Geschäfts-modelle und Prototyping im Vorgehen aus.

Obwohl der Veränderungsdruck überall spürbar ist, mögen viele Menschen eines offensichtlich so gerne wie Pest und Cholera: Veränderungen und dann auch noch digitale Disruption!
 
Viele Unternehmen und der Öffentliche Dienst haben die Herausforderung der digitalen Transformation bei weitem noch nicht bewältigt; aber immerhin sind die meisten mittendrin in notwendigen Veränderungsprozessen - aber auch im Kopf?
Und wie sieht es bei den zahlreichen (noch nicht immer, aber immer öfter) erfolgreichen Start up’s aus?
Die Regeln des Marktes verändern sich immer schneller. Wo früher Etablierung und Größe von Unternehmen und Behörden über Erfolg und Misserfolg entschieden, sind das heute Agilität, Innovation und Schnelligkeit, Dynamik und Globalisierung.

Start up’s sind hier oft das Abbild einer „neuen Arbeitswelt“ und Vorbild in Sachen Agilität und Unternehmenskultur. Deshalb sind sie interessant für etablierte Unternehmen und Personaler.
Neben einer brillanten Geschäftsidee, einem erfolgversprechenden Geschäftsplan und der Technik sind bei der dynamischen Entwicklung von Start up’s vor allem Führungskompetenzen gefragt, so dass z.B. Beratungs- und Coaching-Fähigkeiten sowie Teamentwicklung im digitalen Bildungsangebot eine wichtige Rolle spielen und in Personalentwicklungsprozesse eingebunden werden müssen. Auch die Bewältigung besonders herausfordernder Führungssituationen wie z.B. die Führung international verteilter Teams nehmen in Zukunft an Bedeutung noch zu.
 
Das Wichtigste ist, sich eine gesunde Neugier und eine gesunde Skepsis zu bewahren. Den Status quo ständig zu hinterfragen ist die Voraussetzung für neue Ideen; aber aufgepasst: alles nur agil und dynamisch funktioniert auch nicht. Es braucht Stabilität und Nachhaltigkeit. Etablierte Unternehmen/Behörden können von Start up’s lernen und umgekehrt, wenn die Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet. Auf der einen Seite haben wir die Start up’s: Die sind es gewohnt, sehr schnell ihre Entscheidungen zu treffen. Die sind sehr agil und ändern – gerade in der Anfangsphase, wenn sie noch auf der Suche nach ihrem Geschäftsmodell sind – auch öfter mal ihre Richtung. Und diese treffen dann auf Unternehmen/Behörden, die schon aufgrund ihrer Größe deutlich prozesslastiger und hierarchischer sind.
 
Es kommt also wesentlich darauf an, ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen und die richtigen Mitarbeiter oder besser Mitstreiter an Bord zu holen.
People Management ist gefragt und das fängt bereits „im Kleinen“ an. Start up- Gründer stellen oft nicht bei Beginn der Existenzgründung zahlreiche Mitarbeiter ein, sondern tasten sich langsam heran. Sie machen zuerst alles selbst vom Manager bis zur Sachbearbeitung, beauftragen später freie Mitarbeiter, engagieren Minijobber, befragen Ehrenamtliche oder sie versuchen es mit Azubis, Studenten und Teilzeit-Kräften.
Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass man (fast) alles delegieren kann, was man nicht zwingend selbst erledigen muss und gewinnt so mehr Zeit für Kundengewinnung und vor allem für das Abarbeiten bezahlter Aufträge. Doch meist hält dieser Zustand nicht allzu lange an...und das ist auch gut so, denn zeigt es doch ein zunehmend wachsendes Geschäft an. Am Anfang sind in Start up’s oft alle miteinander befreundet. Wenn nach der anfänglichen Euphorie dann die ersten Motivationsdämpfer kommen, wird es schwieriger, mit der Erwartungshaltung richtig umzugehen
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Also geht es los mit der Suche nach geeigneten Mitarbeitern und schneller als manchem lieb ist, beginnt man sich Gedanken zu machen, wie man das managen soll. Allerdings ist nicht jeder erfolg-reiche Gründer auch eine gute Führungs-persönlichkeit. Man muss sich schon etwas Zeit nehmen, um geeignete Mitarbeiter zu finden, sie einzuarbeiten und das Ganze ist auch mit einigem bürokratischem Aufwand verbunden u.a. bei Fragen der Bezahlung, der Personalführung und -entwicklung, wenn man nicht gleich in arbeits- und vertragsrechtliche Fettnäpfe treten möchte.
Vor allem aber ist der neue Mitarbeiter zunächst einmal nicht ganz so effektiv wie man selbst und erfüllt die eigenen hohen Qualitätsansprüche nicht von Anfang an. Nicht wenigen Selbstständigen fehlt die Geduld und sie scheuen die Herausforderung, feste Mitarbeiter dauerhaft auslasten zu können.
 
Mit der Digitalisierung kommen weitere Herausforderungen auf Start up-Gründer zu und sie bietet vielfältige Möglichkeiten.
Neue Produkte können schneller entwickelt und hergestellt werden, Kundenwünsche besser erkannt und berücksichtigt, neue Geschäftsfelder und Dienstleistungen schneller und vernetzter angeboten werden. Vor allem für kleinere Unternehmen bietet das Internet ganz neue Möglichkeiten der Teilhabe an Wertschöpfungsketten und verändert die Beziehungen zu Beschäftigten, Kunden und Lieferanten grundlegend. Start up- Gründer sollten sich mutig der Vernetzung und Globalisierung stellen; allerdings benötigen sie dafür digitale Kompetenzen wie Inspirieren, Vorausschauen, Agil sein und Steuern. Befähigen und nachhaltig Entwickeln statt Kontrollieren, gezielt Einfluss nehmen statt Hierarchiedenken, Vorbild sein. Wichtiger denn je ist ein lebendiges Netzwerken statt nur Kontakte zu sammeln und zu verwalten sowie Verschiedenheit bei geistiger Haltung und Werten statt nur bei Alter, Frauen und Herkunft. Leistungsoptimierung statt Druck, Kommunikation, Feedbackkultur und mein Rat: einfach mal Machen!
Mut zum Prototyping statt starrer Planung.
Der Erfolg von Start up- Gründern kann darin begründet sein, dass sie langsam wachsen, sich organisch und behutsam dem Wandel der Zeit anpassen, ausprobieren und Fehler zulassen. Sie können Prototyping machen und insbesondere Digitalisierungsprojekte gezielt starten. Doch gerade hier machen viele den Fehler, dass plötzlich alles auf einmal passieren und mit umfangreichen Analysen und langwierigen Projekten die eine, erfolgreiche Digitalisierungsstrategie entstehen soll.
 
Wir benötigen immer stärker erlebnisorientiertes Lernen statt reine Wissensvermittlung und Erfahrungen aus der Anwendung moderner Medien und Technologien sowie im gezielten Umgang mit der zunehmenden Informationsflut. Insbesondere beim Thema Big Data muss das Analysieren von internen (Weiterbildung, Arbeitsplatz) und externen Daten (Arbeitsmarkt, soziale Netzwerke) und ausgewogenes Umsetzen der Erkenntnisse höchste Priorität haben.
Eigentlich sollten diese Kompetenzen schon immer eine Rolle gespielt haben, doch nun werden sie immer dringender und multipler, globaler und agiler...
Da der Mitarbeiter mit Hilfe eines moderner Human Capital Management Systems zum „Digitalen Nomaden“ wird steht er im Mittelpunkt des People Managements. Selbsterklärend, flexibel, personalisierbar, mit wenigen Klicks zum Ziel und um Überflüssiges reduziert - das wird sein neuer Arbeitsplatz in der globalen Welt sein. Doch das alles erfolgreich endlich in die Tat umzusetzen und sich damit der Digitalisierung zu stellen, das bedarf einer zielgerichteten und nachhaltigen Kommunikation und gemeinsamen Umsetzung. Das soziale Miteinander mit Fördern von gegenseitiger Unterstützung, Respekt und Zusammenarbeit sowie Mitarbeiterentwicklung sind zu berücksichtigen und wenn das alles nicht zerredet, sondern beredet wird, dann ist ein Anfang gemacht.

 
„Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden.“
(J.F. Kennedy)

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